Stifterbrief Nr. 16

Dresden, im Oktober 2018

Ich bitte den Vater, dass Christus durch den Glauben in euren Herzen Wohnung nimmt und ihr in der Liebe tief verwurzelt und fest gegründet seid (Epheser 3,17).

Liebe Stifterinnen und Stifter, liebe Gemeindeglieder, sehr geehrte Damen und Herren,

zum Erntedankfest am 30.9.2018 haben wir das 25. Kirchweihjubiläum der wiederaufgebauten Loschwitzer Kirche gefeiert. Zur Grundsteinlegung des Wiederaufbaus 1991 wurde nach Vorlage einer Gedenkmedaille von 1708 eine neue Medaille aus Feinsilber geprägt (davon gibt es noch Restbestände!), die auf der Vorderseite die Kirche mit der Inschrift „Reddimus indultae sic tibi pacis opus“ (So geben wir Dir das Werk des gnädigen Friedens zurück) zeigt. Mit dieser Aussage wird Gott für den Frieden gedankt, der diesen Kirchenbau während des Großen Nordischen Kriegs (1700-1721) möglich gemacht hat.

Wir erinnern uns in diesem Jahr auch an den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) und das Ende des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren und nehmen fast täglich mit Bestürzung die schrecklichen Ereignisse im Nahen Osten zur Kenntnis. Die Friedensbitte „Verleih uns Frieden gnädiglich…“ gilt heute genauso wie in alten Zeiten. Mit Gottes Hilfe ist Frieden möglich.

Wir haben Anfang des Jahres 2018 mit der Kirchgemeinde Hosterwitz ein Schwesternkirchverhältnis als neue Struktureinheit gebildet. Es hat in diesem Jahr schon mehrere gemeinsame Veranstaltungen gegeben, und mit der Zeit werden wir so immer besser zusammenfinden, obwohl beide Kirchgemeinden großen Wert auf traditionell gewachsene Eigenständigkeiten legen.

Nach der feierlichen Verabschiedung unserer Kantorin Marianne Kunze, die in ihrer 40-jährigen Dienstzeit die Musica sacra in Loschwitz geprägt hat, konnte im August Tobias Braun als neuer Kantor in Loschwitz seinen Dienst beginnen. In dem Festgottesdienst zur Einführung von Tobias Braun erklang die Bach-Kantate „Erschallet ihr Lieder, erklinget ihr Saiten…“ mit Solisten und den Kantoreien aus Loschwitz und Hosterwitz sowie mit einem Laienorchester vom Elbhang unter der Leitung von Matthias Herbig. Wir sind dankbar für unseren neuen Kantor und wissen, dass für das erklärte Ziel einer langfristigen Anstellung noch viel bedacht, gespendet und getan werden muss.

Nach fast zweijähriger Vakanzzeit kann nun auch in der Kirchgemeinde Hosterwitz die vom Landeskirchenamt Sachsen entsandte Pfarrerin Dr. Maria Heinke-Probst am 1. Advent 2018 in Hosterwitz in ihr neues Amt eingeführt werden. Somit wird es im Schwesternkirchverhältnis Loschwitz-Hosterwitz wieder eine 2. Pfarrstelle mit Dienstsitz in Hosterwitz geben. Mit den Hosterwitzern und Pillnitzern haben wir gemeinsam dafür gekämpft. Es hat sich gelohnt, und das ist für uns alle eine große Freude.

Der Druck des Landeskirchenamtes Sachsens zur Bildung größerer Verwaltungseinheiten bleibt bestehen. Perspektivisch sind Regionen mit mehr als 6.000 Gemeindegliedern zu bilden, denen 3 Pfarrstellen und dementsprechend Kantoren- und Gemeindepädagogenstellen zugeordnet werden, die mindestens 10 Jahre so weiterbestehen sollen. Zu welcher Region die Kirchgemeinden gehören wollen, ist bis 31.12.2018 dem LKA anzuzeigen.

Wir sind von der Überzeugung getragen, dass sich die Kirche von unten aufbaut. Die Verkündigung des Wortes Gottes geschah und geschieht in Lebensräumen, die Nähe und Wärme ermöglichen. Wir wollen als Kirchgemeinde den Menschen nahe sein – räumlich und geistlich. Und die Menschen können der Kirche nahe sein, um dort Hilfe und Zuspruch zu erfahren. Vieles geschieht dabei im Ehrenamt. Wir müssen aber auch über eine angemessene Anstellung von Personal in den Ortskirchgemeinden nachdenken. Wir werden für die Kirchgemeinde Loschwitz zukünftig zweckgebundene Zustiftungen einwerben müssen, um die Personalkosten im Verkündigungsdienst zu decken.

Bei der 2. Stifterversammlung 2008 hatten uns Victoria und Sebastian Knebel mit einem Bildvortrag von ihrem 1-jährigen Aufenthalt in einer evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde in Houston/Texas berichtet. 2017 sang der Bachchor aus Houston auf seiner Konzertreise durch Mitteldeutschland auch in der Loschwitzer Kirche. Bei der Abendmusik in Loschwitz sprach Reverend Dr. Robert Moore, der frühere Pastor der Kirchgemeinde Houston, Gebete und den Segen. Seine Worte gingen den Konzertbesuchern zu Herzen.

Wir freuen uns sehr darauf, Reverend Dr. Robert Moore zur Stifterversammlung am 4. November 2018 begrüßen zu können. Er lebt jetzt als Reformationsbotschafter und Director of the ELCA Wittenberg Center in Leipzig. In seinem Vortrag kann er aus Sicht eines Pastors der Lutheran Church of America (ELCA) und inzwischen Kenner deutscher Verhältnisse für uns interessante Vergleiche ziehen.

Zu unserer Stifterversammlung am 4. November 2018, 17:00 Uhr, laden wir Sie ganz herzlich in das Kirchgemeindehaus Grundstraße 36 ein. Der Vorstand der Stiftung gibt Rechenschaft zum vergangenen Jahr. Am Ende der Veranstaltung können Sie wieder bei einem kleinen Buffet miteinander ins Gespräch kommen.

Wir bieten Ihnen gern Mitfahrgelegenheiten an, damit Sie an der Stifterversammlung teilnehmen können. Bitte teilen Sie in der Pfarramtskanzlei mit, ob Sie mit dem Auto abgeholt und nach der Veranstaltung nach Hause gebracht werden möchten.

Mit einem herzlichen Dank an Sie: Bleiben Sie als Stifterin und Stifter den Zielen unserer Stiftung verbunden und gehen Sie auch weiterhin mit uns auf diesem Weg. Gott befohlen!

Für den Vorstand der Stiftung Kirchgemeinde Loschwitz
Paul-Gerhard Weber

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