Stifterbrief Nr. 4

Dresden, im Mai 2007

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Leser,

im Jahr 2007 wird die Stiftung Kirchgemeinde Loschwitz ihren dritten Geburtstag feiern. Wir sind damit auf einem Weg, den inzwischen auch andere Kirchgemeinden wie unsere Nachbargemeinde Hosterwitz-Pillnitz oder die Gemeinde Leubnitz-Neuostra eingeschlagen haben. Wir können auf unsere Vorreiterrolle ein bisschen stolz sein, denn immer mehr zeichnet sich ab, dass in der Landeskirche ein Umdenken im Blick auf solche Initiativen eintritt.

Dies wurde bei dem ersten „Kirchenfundraising-Tag“ deutlich, der Anfang Mai in Dresden stattfand und an dem sich auch zum ersten Male die Landeskirche aktiv beteiligte. Pfr. Selunka war dort neben anderen als Gast und Referent eingeladen worden und konnte dort über den Weg unserer Stiftung mit all ihren Anfangsschwierigkeiten, aber besonders auch über das großartige Engagement so vieler Menschen in unserer Gemeinde berichten. Die etwa 60 Teilnehmer dieses Tages, die aus verschiedenen Teilen Sachsens gekommen waren, ließen sich von den verschiedensten Vorträgen und auch praxisbezogenen Workshops vielfältig anregen. Das positive Beispiel unserer Gemeinde war dabei ein Impuls auch für andere Gemeinden, sich auf den Weg in die Zukunft aufzumachen im Vertrauen auf eigene Kräfte. Die Erhaltung von Pfarrstellen durch Mittel aus Stiftungen wurde auch von Vertretern des Landeskirchenamtes anerkennend gewürdigt.

Ist uns doch allen klar, dass bei Verlust der Pfarrstelle eine Gemeinde in ihrer Selbständigkeit aufhört zu existieren. Die darauf folgende Zusammenlegung mit anderen Gemeinden, wie wir sie nunmehr in Dresden an verschiedensten Orten beobachten müssen, ist mit großen Verlusten, besonders in der Langzeitwirkung, verbunden. Wer das Ohr an der Basis der Gemeinde hat, wird dort vor allem Trauer und Resignation hören, weil eine Gemeinde mit dem Verlust ihrer eigenen Größe und Struktur und der auch dazu gehörenden Kirche immer etwas von ihrer Identität verliert. Auch wenn neue, überregionale Arbeitsstrukturen entstehen, so können sie doch niemals jene so wichtige Nähe der Kirche zu den Menschen ersetzen.

Wir haben auf diesem Weg zur Erhaltung der Selbständigkeit unserer Gemeinde schon einen guten Weg zurückgelegt. Wir wissen: nur mit der Selbständigkeit lässt sich für die Zukunft auch das reiche kirchenmusikalische Leben sichern wie auch die intensive und ortsnahe Arbeit mit Kindern. Für diese gesamte Arbeit der Verkündigung und Seelsorge wird unsere Stiftung die entscheidende Stütze sein. Unter diesem Horizont sprechen wir allen Gemeindemitglieder, die sich bisher als Zustifter beteiligt haben, unseren herzlichsten Dank aus. Ja, wir tun dies auch im Namen der zukünftigen Gemeindemitglieder, unsere Kinder und Enkel, denn sie werden von dem Fundament, das wir jetzt bauen, leben können, und sie werden es auch weiterführen können. Die Stiftung ist wie ein großes Gefäß – offen für alle Formen von Zuwendungen und offen für alle Zukunft.

Und natürlich möchten wir weitere Zustifter gewinnen, in unserer Gemeinde und auch darüber hinaus. Ein außergewöhnliches Benefiz-Konzert für die Stiftung am Dienstag, dem 5. Juni 2007, 19.30 Uhr in unserer Kirche, will Dank und Werbung sein: Astrid von Brück, Soloharfenistin, und Sabine Kittel, Soloflötistin der Sächsischen Staatskapelle Dresden, spielen Werke für Harfe und Flöte und werden unter anderem in Werken französischer Komponisten des Impressionismus die Schönheit und besondere Farbigkeit ihrer Instrumente zum Klingen bringen. Die Künstlerinnen werden das Konzert ohne jede Gage durchführen. Alle Erlöse im Zusammenhang mit dem Konzert fließen also direkt an die Stiftung.

Ein anderer Gedanke des Wachsens der Gemeinde und der Stiftung soll aber auch ausgesprochen werden. Seit geraumer Zeit nimmt die Zahl der Mitglieder unserer Gemeinde wieder langsam zu. Wenn wir von gegenwärtig 1550 Gemeindegliedern anwachsen könnten zu einer Zahl von etwa 2000 Gemeindegliedern, würden sich die Voraussetzungen für die Selbständigkeit und die Erhaltung der Pfarrstelle sofort wesentlich verbessern. Es wäre sicher am Elbhang eine reizvolle Aufgabe, wenn jeder aus unserer Gemeinde ein neues Mitglied für unsere Kirchgemeinde Loschwitz gewinnen könnte. Menschen, die einmal vor Jahren ausgetreten sind – aus welchen Gründen auch immer -, können den Weg zurück zur Gemeinde ohne große Hürden wieder finden. Manchmal benötigen sie einfach nur eine menschliche Brücke oder einen besonderen Anlass. Aber auch Menschen, die schon lange mit einer Sehnsucht nach Glauben und Gewissheit unterwegs sind, können durch ein Glaubensseminar den Weg zur Taufe, und damit zur Gemeinde finden. Unser aller Sensibilität ist hier gefragt.

Doch zurück zur Stiftung: Wie schon in den voran gegangenen Jahren werden auch für das Jahr 2006 wieder alle Stifter im Stiftungsbuch verzeichnet. Sie finden das Stiftungsbuch bei Gottesdiensten neben dem Südportal ausgelegt. Eine besondere Freude ist es auch, dass sieben Mitglieder unserer Gemeinde seit Anfang des Jahres unsere Arbeit im Vorstand sehr wirksam unterstützen. Mit ihrer Hilfe werden wir auch weitere Aktionen und Veranstaltungen zur Stiftung planen und durchführen können, über die wir selbstverständlich informieren.

Wir hoffen, dass wir gemeinsam das Beste für unsere Kirchgemeinde tun können.

Mit herzlichen Grüßen
gez. Justus Barm
gez. Rainer Staudt
gez. Paul-Gerhard Weber

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