Stifterbrief Nr. 5

Dresden, im November 2007

Helfen Sie mit, das Jahresziel der Stiftung Kirchgemeinde Loschwitz zu erreichen!

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Leser,

anlässlich der Festlichkeiten zum Gedenken an die Gründung der Kirchgemeinde Lochwitz im Jahre 1704 wurde 2004 die Idee zur Gründung der „Stiftung Kirchgemeinde Lochwitz“ geboren. 17 Stifter waren bereit, ein Grundkapital für die Stiftung in Höhe von 25.000 € aufzubringen. Im März 2005 wurde die Stiftung als rechtsfähige kirchliche Stiftung anerkannt und im Stiftungsverzeichnis registriert. Die Stifterzahl ist inzwischen auf 200 angewachsen, davon leben 25 % außerhalb von Dresden. Durch die Zustiftungen hat sich in den 3 Jahren das Grundkapital fast verzehnfacht. Dafür sagen wir allen Spendern herzlich Dank! Zum Erreichen des Jahreszieles 2007 fehlen aber noch ca. 20.000 €. Ein Stiftungskapitalvermögen in Höhe von 200.000 € zum 31.12.2007 können wir nur mit Ihrer Hilfe schaffen.

Stifterversammlung
Im dritten Jahr der Stiftung fand am Sonntag, dem 04.11.2007, im Kirchgemeindehaus Grundstrasse 36, die erste Stifterversammlung statt, zu der 60 Stifter gekommen waren. Die Versammlung wurde eröffnet mit dem Flötenquartett der Kirchgemeinde unter der Leitung von Kantorin Kunze und einer Besinnung von Pfr. Selunka über den Psalm 111 – „Denn er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder“.
Den Mittelpunkt der Stifterversammlung bildete ein Diavortrag von Herrn Eberhard Münzner über Stiftungen in Loschwitz.
An fünf Beispielen erläuterte er ausführlich, welche segensreiche Bedeutung Vermächtnisse und Stiftungen für das kirchliche wie gesellschaftliche Leben haben.

  • Der Nosseni-Altar, eine Stiftung der Kurfürstin Sophie, war der erste evangelische Altar in der Stadt Dresden. Nach langer wechselvoller Geschichte ist er nun der spirituelle Mittelpunkt der Loschwitzer Kirche.
  • Kürschnermeister Saxe stiftete im Jahre 1762 in Erwartung eines Friedensschlusses im Siebenjährigen Krieg einen Lob- und Dankgottesdienst zum Erntedank in Lochwitz.
  • Zum Gedenken an seinen Vater, der zwei Schiffbrüchige in Loschwitz bei der Flut im Jahre 1799 vor dem Ertrinken rettete, schuf und stiftete der Bildhauer Joseph Hermann ein Denkmal, heute im Volksmund „Senfbüchse“ genannt.
  • Ein großer Förderer und Stifter für soziale Zwecke in Loschwitz war der Fabrikant Leonhardi. Er ließ für Künstler die ehemalige Mühle in der Grundstraße zu dem Wohn- und Atelierhaus „Rote Amsel“ umbauen. Von diesem Grundstück schenkte er 1901 der Kirchgemeinde Gartenland für den Bau einer neuen Kinderbewahranstalt, in der bis 1945 Kinder aus Loschwitz betreut wurden, das der Kirchgemeinde zwischen 1945 und 1994 als Gottesdienststätte diente und auch noch heute für das Gemeindeleben wichtig ist.
  • Der Architekt Baurat Axt gründete 1926 in Dresden eine Wohnungsbaugenossenschaft als gemeinnützige Wohnanlage mit Sozialwohnungen. 1962 überließ er Restschuldforderungen, die seit 1945 offen geblieben waren, der Kirchgemeinde als Vermächtnis und Stiftung für den Wiederaufbau der Loschwitzer Kirche.

Der Vortrag ermutigte zur Fortführung dieser Gesinnung und Praxis im Engagement für unsere Stiftung. Im Anschluss an den Vortrag informierten Herr Staudt und Herr Weber über die Stiftung. Sie stellten den Versammelten die Beiratsmitglieder Frau Reim und die Herren Irmscher, Dr. Kluge, Manzke, Schmidt, Thiel und Dr. Wachler vor, die seit einem Jahr die Stiftungsarbeit aktiv unterstützen. Es wurde von den einzelnen Aktivitäten im Jahre 2007 berichtet ( u.a. über das Benefizkonzert und die Teilnahme am Elbhangfest) und auch über Pläne für 2008 (Projekt einer Kunstauktion). Trotz der fortgeschrittenen Zeit entwickelte sich danach eine lebhafte Diskussion. Es wurden viele Fragen gestellt und Vorschläge unterbreitet. Einhellig war die Meinung, dass viel mehr in der Öffentlichkeit über die Stiftung informiert werden müsse. Deutlich wurde dies auch daran, dass es zu vielen Sachverhalten, die scheinbar als bekannt vorausgesetzt wurden, Anfragen gab. So etwa im Hinblick auf den Stiftungszweck. Die Stifterversammlung trug zur Klärung von Missverständnissen bei. Mit einem kleinen Imbiß und vielen anregenden Gesprächen ging diese erste Stifterversammlung erfolgreich zu Ende.

Stiftungszweck
Viele Gemeindemitglieder wissen nicht, dass bei der Strukturreform 2004 in Loschwitz einzig die Pfarrstelle um 25 % gekürzt wurde (Kantoren- und Katechetenstelle blieben im Umfang unangetastet). Der Pfarrer hat aber ohne Einschränkung seinen Dienst in Loschwitz fortgeführt. Da die seelsorgerliche Arbeit jetzt und für die Zukunft wichtig ist und keine Einschränkungen erfahren darf, hat der Kirchenvorstand sich um die Genehmigung bemüht, die Pfarrstelle mit kirchgemeindeeigenen Mittel auf 100 % aufstocken zu können. Dem ist nun stattgegeben worden. Diesen Eigenanteil von 25% müssen wir, solange die Stiftung hier noch nicht voll wirksam werden kann, durch zweckgebundene Spenden finanzieren. Wir hoffen, dass wir in 3 bis 5 Jahren den Eigenanteil voll aus den Erträgen der Stiftung übernehmen können.
Die Erhaltung der vollen Pfarrstelle ist von größter Bedeutung für weitere Strukturveränderungen ab 2012. Nur mit einer vollen Stelle lässt sich die Eigenständigkeit unserer Gemeinde erhalten, und nur zu einer vollen Pfarrstelle kann auch eine eigene Kantorenstelle zugeordnet werden wie auch eine katechetische Anstellung von über 50 %. Da voraussehbar ist, dass bei diesen Stellen Kürzungen vorgenommen werden, wird auch hier die Stiftung die finanziellen Mittel für die Ergänzung bzw. Aufstockung übernehmen können
In diesem Sinne ermöglicht die Stiftung auch in Zukunft für unsere Gemeinde ein kirchliches Leben in seiner vollen Vielfalt. Es ist befreiend und belebend für uns, damit eine gewisse Freiheit von den Sparmaßnahmen und Reduktionszwängen der Landeskirche zu gewinnen.

Wachstum
Zum Schluss noch etwas sehr Erfreuliches: Unsere Kirchgemeinde wächst wieder. Wir werden wahrscheinlich noch in diesem Jahr die Zahl von 1.600 Gemeindegliedern erreichen. Dieses Wachstum ist Ermutigung und Herausforderung zugleich. Vielleicht ist die kommende Advents- und Weihnachtszeit eine gute Gelegenheit für Sie, auch anderen von der Stiftung zu erzählen und sie zu Mitstiftern zu machen. Es wäre schön, wenn wir nach der erfolgreichen ersten Stifterversammlung bis zur Zusammenkunft in einem Jahr sagen könnten: Der Kreis der Stifter ist deutlich größer geworden und das Kapital ist entsprechend mitgewachsen.

Wir werden 2008 der Weihe unserer Kirche vor 300 Jahren gedenken. Seit 1708 versammelt sich die Gemeinde in dieser schönen Kirche zu Gottesdiensten und Konzerten. Sie war und ist lebendig. Das soll auch für die Zukunft so bleiben. In einer Festwoche vom 28. September bis 5. Oktober werden wir daran denken. Wir hoffen, dass wir dabei auch unserem Stiftungsziel ein großes Stück näher kommen.

Mit unserem herzlichen Dank an Sie verbinden wir auch die Bitte: Gehen sie weiter mit uns auf diesem Weg!

Vorstand der Stiftung Kirchgemeinde Loschwitz
Justus V. Barm
Rainer Staudt
Paul-Gerhard Weber

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